Was spart der Versicherungs-Check?
Der systematische Versicherungs-Check — Doppeldeckungen streichen, Überflüssiges kündigen, Auto- und Hausratprämien vergleichen — spart Schweizer Haushalten typischerweise CHF 300–800 pro Jahr. Die Regel dahinter: Existenzbedrohendes gut versichern, Verschmerzbares selbst tragen.
💰 Ersparnis: CHF 300–800/Jahr
Aufwand: 2–3 Std., 1× jährlich (Policen-Ordner!)Die Rechnung
| Position | CHF |
|---|---|
| Autoversicherung: Wechsel nach Vergleich | −250/Jahr |
| Doppelte Reiseversicherung gekündigt | −120/Jahr |
| Handy-/Geräteversicherungen gestrichen | −150/Jahr |
| Hausrat neu ausgeschrieben, Deckung angepasst | −90/Jahr → total ~610 |
So läuft der Check systematisch
Alle Policen auf einen Tisch (auch die in Kreditkarten, Vereinsmitgliedschaften und KK-Zusätzen versteckten Deckungen — genau dort entstehen Doppelungen) und drei Fragen pro Police: Was genau ist versichert, wäre der Schaden existenzbedrohend oder verschmerzbar, und gibt es die Deckung schon woanders? Daraus folgt die Schweizer Prioritätenliste: Privathaftpflicht ist unantastbar (Millionenschäden, Prämie ~CHF 100–150 — der beste Versicherungsdeal des Landes), Hausrat sinnvoll (Versicherungssumme ehrlich kalkulieren — Über- wie Unterversicherung kostet), Auto jährlich ausschreiben (Wechselmarkt mit 20–40 % Streuung; Bonusschutz und Parkschaden kritisch prüfen). Auf die Streichliste: Geräte- und Handyversicherungen (Selbstbehalte und Ausschlüsse machen sie fast immer unrentabel — dafür ist der Notgroschen da), doppelte Reise-/Annullationsdeckungen, Kleinst-Zusätze, deren Jahresprämie den Maximalschaden fast erreicht.
Der ehrliche Haken
Sparen ist hier nur die halbe Aufgabe — der Check findet regelmässig auch Lücken, die teurer sind als jede Prämie: fehlende Erwerbsunfähigkeits-Absicherung (das statistisch grösste ungedeckte Risiko, gerade bei Krankheit statt Unfall), fehlende Deckung «einfacher Diebstahl auswärts» beim teuren E-Bike, veraltete Hausratsummen nach Jahren des Ansammelns, oder beim Konkubinatspaar die nie gemeldete PK-Begünstigung. Wer nur kündigt, ohne Lücken zu prüfen, optimiert in die falsche Richtung. Zweite Warnung: Kündigungsfristen ernst nehmen (meist 3 Monate vor Ablauf; Schadenfall und Prämienerhöhung öffnen Sonderkündigungsrechte) — und die neue Police immer schriftlich in Kraft haben, bevor die alte endet. Deckungslücken von zwei Wochen sind das dümmste Sparrisiko überhaupt.
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Brauche ich einen Versicherungsberater dafür?
Für den Haushalts-Check nicht — Vergleichsportale, die eigenen Policen und zwei Stunden reichen. Vorsicht bei «kostenlosen» Beratern mit Provisionen: Deren Empfehlung ist ein Verkaufsgespräch. Für komplexe Fälle (Selbständigkeit, Vorsorgelücken) lohnt ein Honorarberater.
Welche Versicherungen sind in der Schweiz Pflicht?
Krankenkasse (Grundversicherung), Motorfahrzeug-Haftpflicht fürs Auto, je nach Kanton Gebäude- (Eigentümer) und teils Privathaftpflicht für Mieter faktisch via Mietvertrag. Der Rest ist Abwägung — nach der Existenzbedrohungs-Regel.
Jahres- oder Mehrjahresverträge abschliessen?
Kurz laufend bleiben: Einjahresverträge mit stillschweigender Verlängerung erhalten die Wechselfreiheit, die im Vergleichsmarkt bares Geld ist. Mehrjahresrabatte kaufen selten die verlorene Flexibilität auf.
Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer
Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmässig aktualisiert. Quellen: BSV, AHV, BFS, ESTV, BAG.